Um 1520 besitzt Conrad zum Bemberg den Bemberghof, der an seine Tochter und später an deren Tochter vererbt wird. Die diese Erbtöchter heiratenden Männer aus den Familien auf der Hacht und von der Ovelgünnen nahmen, als sie den Bemberghof übernehmen, den Namen Bimberg oder Bemberg an, wie es im Westfälischen bei den Bauern Brauch war.

Mit Johann Steffen aufm Bemberg (1593 – 1684) beginnt die Zeit, ab der alle Nachkommen, auch die nach auswärts heiratenden, den Namen

Bemberg

als Familiennamen beibehalten.

Die Bembergs auf dem Bemberghof betrieben nicht nur Landwirtschaft; sie waren außerdem Weinhändler mit ausgedehnten Verbindungen nach den Weinbaugebieten. Das kommt auch in den ehelichen Verbindungen nach auswärts zum Ausdruck:

Johann Steffen aufm Bemberg (1593 – 1684) heiratete eine Frau aus der Nachbarschaft (Anna Raffenberg vom Raffenberg), die in 1. Ehe mit einem Bürger aus Landau/Pfalz verheiratet war.

Georg Bemberg (1614 – 1676), geb. in Hattingen, wurde Bürger in Worms.

Henrich Bemberg wird am 5.8.1624 entlassen zur Trauung nach Berncastel a. d. Mosel.

Dirich Bemberg wird am 9.5.1622 entlassen zur Trauung nach Walderfingen/Lothringen.

Der letzte auf dem Bemberghof lebende Bemberg war vermutlich

Johannes Bemberg (1657 – 1731)

Sein Sohn Heinrich (Bemberg) heiratete 1718 die Erbtochter vom Bonsfeldhof Catharina Mistmann, behält aber seinen Namen Bemberg bei. Mit dieser Heirat übernahm er auch das auf dem Bonsfeldhof als Oberhof ruhende Amt des Hobschulten, der die an die Hardenberg'sche Herrschaft abzuführende Abgaben entgegen zu nehmen hatte.

Auf Bonsfeld lebten die Bembergs, soweit sie nicht nach auswärts, meist Langenberg, verzogen, bis zum Ende des 18. Jahrhunderts. Trotz der Bestimmung, die die letzte auf dem Hof lebende Bemberg, die "Witwe Bemberg" getroffen hatte, dass der Bonsfeldhof als Fideikommiß zur Versorgung ihrer Töchter nicht veräußert werden sollte, wurde er doch um 1790 verkauft, vermutlich wegen Erbauseinandersetzungen. In einem alten Inventar von 1790 ist erwähnt, dass die gesamten Familienbilder bis etwa 1600 zurück vorhanden seien. Es ist anzunehmen, dass diese Bilder auf dem Bonsfeldhof gehangen haben. Sie sind durch den Verkauf in alle Winde zerstreut und nicht mehr nachzuweisen.

Aus dem lutherischen Hattingen wanderten ab Mitte des 17. Jahrhunderts durch Heirat mit Langenbergerinnen oder durch Heirat von Hattinger Bemberg-Töchtern mit Langenbergern mehrere Bembergs in des reformierte Langenberg ab, wo Bembergs von 1645 bis 1807 ansässig waren. Sie waren recht wohlhabend und treten öfter als Geldgeber der Kölner Bembergs auf, mit denen sie sich recht gut verstanden. Es finden sich die Langenberger öfter als Paten bei den Kindern der Kölner und umgekehrt. Zur Einrichtung der Großhandlung von Friedrich Wilhelm Bemberg (1711 – 1806) in Köln liehen sie ihm 20.000 Gulden. Den letzten Rest dieses Geldes zahlte der Sohn von Friedrich Wilhelm Bemberg, Caspar Heinrich Bemberg, 1790 zurück, da sein Vater alt sei und sich vom Geschäft zurückziehen wolle. Er teilt seinem "Liebwerten Herrn Vettern" mit, dass er in einem Päckchen an das Haus Stein und Sommer in Elberfeld 378 Goldgulden gesandt habe.

Das Selbstbewusstsein der Familie kennzeichnet die Tatsache, dass sie an die Kirchengemeinde Langenberg den Antrag stellte, man möge ihr "den erblichen Presbyterstuhl verleihen, damit die Gemeinde auch fernerhin ihres Schutzes und ihrer Fürsorge sicher sei" (Bei der Macht und Stellung der Langenberger Kirche ein unerhörtes Ansinnen).

Um 1810 sterben die Langenberger Bembergs aus.

Der seit langem von den Bembergs betriebene Weinhandel hatte sie schon früh in enge Verbindungen zu Elberfelder Weinhändlerfamilien, u. a. mit der Familie Lausberg gebracht. Um 1780 verlegten einige dieser Langenberger Bembergs ihren Wohnsitz nach Elberfeld, wohin sie sich auch verheiratet hatten. Zunächst betrieben sie auch hier Weinhandel, einer von ihnen aber, J. P. Bemberg begründete eine Türkisch-Rot-Färberei, aus der sich später die Kunstseidenfirma J. P. Bemberg entwickelte.

Diese Elberfelder Linie der Bembergs, ab 1884 von Bemberg-Flamersheim (nach ihrem Besitz Flamersheim bei Euskirchen), erwarb die Güter Flamersheim und Ringsheim bei Euskirchen, kehrte also wieder zur alten Familientradition zurück.

Durch ihre schon länger gepflegten Handelsbeziehungen zur Freien Reichsstadt Köln kamen Bembergs auch nach dort. Um 1700 zog Peter Bemberg (1666 – 1742) vom Bemberghof nach Köln und gründete eine Leinengroßhandlung. Seine Nachkommen erweiterten sie zu einem Importgeschäft für englische Tuche. Während der Kontinentalsperre, als Importe unmöglich wurden, betätigte sich die Fa. F. W. Bemberg als Betreiber einer mit Dampfkraft betriebenen Baumwollspinnerei und -weberei.

Die Kölner Linie stirbt um 1900 mit Emma Katharina Fay, geb. Bemberg aus.

Ihr Bruder Otto Bemberg (1827 – 1896) heiratete die Argentinierin Louisa Ocampo. Von ihnen stammt die französisch-argentinische Linie der Bembergs ab, die - auf dem Erbe von Louisa Ocampo aufbauend - sich in Argentinien und Frankreich als Brauereibesitzer, Bankier und Vermögensverwalter betätigt. Sie ist heute noch in Frankreich, USA und Chile ansässig.


Abbildung 4: Die ältesten bekannten Bemberg-Ahnen