Der Bonsfeldhof

Wenn auch, wie auf der Karte (Abbildung 1: Messtischblatt Velbert - Lage des Bemberghofes) ersichtlich, der Deilbach - seit dem Vertrag von Xanten (1614) - die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg (Oberhoheit Pfalz-Neuburg) und der Grafschaft Mark (Oberhoheit Brandenburg) bildet, so greifen doch Hoheitsrechte von Unterherrschaften z. T. über diese Grenze hinweg ins Nachbargebiet über.

So untersteht die märkische Bauernschaft Bonsfeld schon seit 1355 dem Hardenbergischen Hobschultenamt Bonsfeld, das ein Bestandteil der bergischen Unterherrschaft Hardenberg ist.

Schulte berichtet über den Bonsfeldhof:

Der Oberhof Bonsfeld war ein Hofesverband, dem eine Reihe von Gütern (Höfen) unterstand. Er gehörte den Herren von Hardenberg. Als diese 1354/55 ihre Herrschaft mit allem Zubehör an die Grafen von Berg verkauften, wurde der Bonsfeldhof mit seinem Zubehör von diesem Verkauf und Besitzwechsel ausgenommen. Die Herren von Hardenberg errichteten eine neue Burg in Herbede, die sich Hardenstein nannten. Nach dorthin gehörte bis ins 19. Jahrhundert Bonsfeld. Zwar starb das alte Hardenberger Geschlecht aus, aber die Erben aus anderen Familien behielten den Bonsfeldhof weiter in ihrem Besitz.

Es waren dies

um 1490 Henrich und Dietrich Stael von Holstein zu Hardenstein
um 1520 Dierich und Neveling Stael zu Holstein
1536 Neveling Stael zu Holstein mit Reinhart von Brempt
1669 die adelige Familie von Laer
1705 die Witwe von Laer geb. von der Hoven
1746 – 1785 die von Spaen
1822 – 1880 die Grafen von Westerholt

Obwohl der Hofesverband um die Zeit längst aufgehoben war, forderten die jeweiligen Besitzer des Bonsfeldhofes von den Gütern die altverbrieften Abgaben, weswegen es oft zu Prozessen kam.

Laut Ablösungsprotokoll von 1869 gehörten zum Oberhof Bonsfeld folgende Güter:

Howarden Gut. Häsers Gut. Schroers Gut. Oberste Howarden Gut. Niederste Balkaus Gut. Schulte Diefhaus Gut. Sonnenscheins Gut. Pannen Gut. Bruchers Gut. Gut zum Kützen. Obersols Gut. Hüsken Gut. Haus zum großen Steege, Dronsberger Gut im Hardenbergischen. Steinbrink. Und früher noch Gut im Look, Oberfeld, Oevelgönne.

de Weerth berichtet In seinem Buch "Müttergeschlechter" gestützt auf Angaben aus dem damals noch vorhandenen Bemberg-Archiv, die Geheimrat Lohmeyer zur Verfügung stellte:

Der Bonsfelder Hof war das wichtigste Großgut der ganzen Gegend, mit ihm war die Gerichtsbarkeit verbunden ...

Das große Hofeshaus trug neben zahlreichen anderen Initialen einen alten geschnitzten Balken mit der Inschrift:

Anno 1634 den 24. September ist das Unglück überkommen

Damals muss der Hof abgebrannt und bald darauf, wohl von Johann Bonsfeld neu aufgeführt worden sein. Er ist von Peter auf dessen Sohn Johann der mit Catharina, einer Tochter des Kaufherrn Lucas Bemberg (H II/2) in-den-Planken zu, Langenberg und Gertrud Trappmann, vermählt war, übergegangen und von diesen auf deren Schwiegersohn Heinrich Bemberg (H IV/1).

Heinrich Bemberg starb 1747, seine Gattin geborene Mistmann Erbtochter des Bonsfeldhofes 1762.

Aus diesem Jahr hat sich ein Inventar erhalten, das den in 7 Lose aufgeteilten Nachlass angibt. Danach war die Ausstattung der Bonsfelds überaus reich:

Möbel und Spiegel in großer Zahl, Juwelen und ein außerordentlicher Vorrat an silbernem Gerät und Geschirr, der nach Gewicht verlost, jeder Erbin noch viele Pfund brachte, außer den Ahnenbildern, die bis tief ins 17. Jahrhundert zurück reichten, Bilder des Königs und der Königin von Preußen, des Kaisers und der Kaiserin, sowie alte Holländer. Lorbeerbäume in Kübeln und vieles andere mehr Berichten von dem Aufwind. mit dem dieser Familienmittelpunkt unterhalten wurde.

Im 18. Jahrhundert befand sich eine eigene Kapelle mit Orgel auf dem Hof , wo die Trauungen stattfanden. Es sind da üppige Feste gefeiert worden...

Große Kapitalien hinterließ Frau Bemberg 1762 ihren Erben, Kapitalien. die zum Teil nach Köln und Elberfeld verliehen waren; viele adelige Familien saßen arg in der Kreide, so die Herren von Elverfeld, v. Berchem zu Stockum, v. Koenig, der Herr v. Hardenstein laut Obligation vom 22.2.1676 schon bei den Mistmanns.

Allein an Forderungen standen mehr als 40.000 Reichstaler aus. Die Langenberger Gemeinde und die Oberbonsfelder Armen wurden mit Legaten bedacht.

Der Reichtum der Familie war wohl in der ganzen Nachbarschaft bekannt, und so musste sie euch in der weiteren Umgebend aushelfen, wenn eine augenblicklich dringende Verpflichtung entstand. so lieh z.B. am 13.5.1757 Frau Bemberg auf dem Bonsfeld den Vertretern des Amtes Blankenstein "auf ihr inständiges Anhalten" tausend Reichtaler, die diese zur Bezahlung der ausgeschriebenen französischen Fouragegelder benötigten.